Bagua

Das Bagua ist ein Acht-Trigramme-Raster aus der chinesischen Tradition, das acht Lebensbereiche acht Himmelsrichtungen zuordnet – ergänzt durch eine neunte Mitte. Es dient im Feng-Shui als Orientierungswerkzeug, um Räume mit bestimmten Lebensthemen wie Karriere, Beziehungen oder Wohlstand in Verbindung zu bringen. Je nach Schule wird es auf unterschiedliche Weise auf einen Grundriss aufgelegt.

Was ist das Bagua?

Das Wort Bagua bedeutet wörtlich „acht Trigramme" und verweist auf eines der grundlegenden Symbole der chinesischen Kosmologie. Im Feng-Shui wird das Bagua als ein Raster aus neun Feldern genutzt – acht Himmelsrichtungen plus die Mitte –, wobei jedem Feld ein Lebensbereich zugeordnet ist:

Zwei Methoden, eine Wahl

Wie das Bagua auf einen Grundriss aufgelegt wird, ist eine Frage der Schule. Die klassische Kompassmethode orientiert sich an den tatsächlichen Himmelsrichtungen des Gebäudes – Norden im Raster entspricht dem geografischen Norden. Diese Methode wurzelt tief in der traditionellen chinesischen Schule und wird auch bei 7zen durchgängig verwendet.

Daneben existiert die Drei-Türen-Methode (BTB), die im westlichen Feng-Shui weit verbreitet ist: Hier wird das Bagua unabhängig von Himmelsrichtungen immer mit der Eingangstür als Ausgangspunkt ausgerichtet. Diese Methode weicht von der klassischen Tradition ab und kann zu anderen Zuordnungen führen – besonders dann, wenn die Haustür nicht nach Norden zeigt.

Beide Ansätze haben ihre Anhänger; wer mit dem Bagua arbeiten möchte, sollte sich bewusst für eine Methode entscheiden und diese konsequent anwenden.

Muss ich das Bagua auf den gesamten Grundriss oder auf jeden Raum einzeln anwenden?

Grundsätzlich wird das Bagua auf den gesamten Grundriss des Gebäudes aufgelegt – das gibt das große Bild. Es ist jedoch auch möglich, es auf einzelne Räume anzuwenden, um dort gezielter zu arbeiten. In der Praxis empfiehlt es sich, zunächst mit dem Gesamtgrundriss zu beginnen.

Was passiert, wenn ein Bagua-Bereich im Grundriss fehlt – etwa bei einem L-förmigen Haus?

Wenn ein Bereich im Grundriss nicht vorhanden ist (sogenannte „fehlende Ecken"), gilt das in manchen Schulen als Hinweis auf eine mögliche Schwäche im entsprechenden Lebensbereich. Es gibt verschiedene Feng-Shui-Strategien, wie man fehlende Bereiche symbolisch ergänzen kann – zum Beispiel durch Spiegel, Pflanzen oder Beleuchtung im Außenbereich.