Default Mode Network

Das Default Mode Network (DMN) ist ein Netzwerk von Hirnregionen, das besonders aktiv ist, wenn wir nicht fokussiert auf eine Aufgabe gerichtet sind – also beim Tagträumen, Grübeln, Erinnern oder Nachdenken über andere Menschen. Es gilt als neurobiologisches Substrat des „wandernden Geistes" und des Selbstbewusstseins. Meditation beeinflusst das DMN nachweislich und kann übermäßiges Grübeln reduzieren.

Was ist das Default Mode Network?

Das Default Mode Network wurde Anfang der 2000er Jahre entdeckt, als Neurowissenschaftler bemerkten, dass bestimmte Hirnregionen – darunter der mediale präfrontale Kortex, der posteriore cinguläre Kortex und der Hippocampus – nicht in Ruhe sind, wenn nichts passiert. Im Gegenteil: Sie werden aktiver, sobald jemand keine gerichtete Aufgabe ausführt.

Was das DMN macht

Das DMN ist eng mit mentalen Prozessen verknüpft, die sich um das Selbst drehen: autobiografisches Erinnern, Planung der Zukunft, soziale Kognition (Was denkt die andere Person?) und Selbstreflexion. Dieses Hintergrundgemurmel des Geistes ist nicht grundsätzlich negativ – es ermöglicht Kreativität, Empathie und Identität. Problematisch wird es, wenn es in unkontrolliertes Grübeln und Selbstkritik kippt.

DMN und Meditation

Studien mit erfahrenen Meditierenden zeigen eine signifikant reduzierte Aktivität und veränderte Konnektivität im DMN. Meditation trainiert die Fähigkeit, den wandernden Geist wahrzunehmen und die Aufmerksamkeit bewusst zurückzuholen – ein Vorgang, der das DMN strukturell beeinflusst. Was Meditation mit deinem Gehirn macht erklärt diese Zusammenhänge vertieft. Interessanterweise ist das DMN auch beim Flow-Zustand deutlich gedämpft – ein möglicher Grund, warum Flow sich so befreiend anfühlt.

Ist das Default Mode Network das Gegenteil von Meditation?

Nicht genau. Das DMN ist nicht per se ein Problem – es ist Teil normaler Gehirnfunktion. Meditation hilft aber, das DMN flexibler zu regulieren, sodass man nicht unbewusst darin verloren geht. Erfahrene Meditierende können das DMN gezielt ein- und ausschalten.

Hängt das DMN mit Depressionen zusammen?

Ja, das ist gut erforscht. Bei Menschen mit Depressionen zeigt das DMN eine übermäßige und wenig regulierte Aktivität, was mit ruminativem Denken (Grübeln) korreliert. Interventionen wie Achtsamkeitsmeditation, die das DMN regulieren, werden deshalb zunehmend in der psychologischen Behandlung eingesetzt.