Sitz- und Blickrichtung
Jedes Gebäude hat eine Blickrichtung (Facing) — die aktive, offene Seite — und die gegenüberliegende Sitzrichtung (Sitting), die den Rücken des Hauses markiert. Diese beiden Werte sind die Grundlage jeder Feng-Shui-Sternenkarte. Wichtig: Die Blickrichtung muss nicht zwingend die Seite mit der Haustür sein.
Was sind Sitz- und Blickrichtung im Feng Shui?
Im Feng Shui — insbesondere in der Kompassschule — hat jedes Gebäude zwei grundlegende Ausrichtungen, die zusammen die Basis aller weiterführenden Berechnungen bilden.
Blickrichtung (Facing)
Die Blickrichtung ist die aktive, offene, zugewandte Seite eines Gebäudes. Sie zeigt nach vorn — dorthin, wo das Haus „hinschaut". In der Sprache der vier Tiere ist das die Phönix-Seite: offen, einladend, dem Leben zugewandt. Die Blickrichtung empfängt Qi und bestimmt, wie ein Gebäude mit seiner Umgebung in Verbindung tritt.
Ein häufiges Missverständnis: Die Blickrichtung ist nicht automatisch die Seite mit der Haustür. Maßgeblich ist die aktivere, offenere Seite des Gebäudes. Das kann die Seite mit der größten Fensterfront sein, die Straßenseite, die Seite mit dem schönsten Ausblick — oder tatsächlich die Eingangstür, wenn diese auch die offenste Seite darstellt. Bauform, Umgebung und Funktion entscheiden gemeinsam.
Sitzrichtung (Sitting)
Die Sitzrichtung ist schlicht die gegenüberliegende Seite der Blickrichtung — der „Rücken" des Gebäudes. In der Tiersprache entspricht das der Schildkröte: die geschützte, ruhigere Seite, die Stabilität gibt. Sitz- und Blickrichtung liegen immer genau 180 Grad auseinander.
Warum diese beiden Werte so wichtig sind
Für jede Analyse mit Fliegenden Sternen werden Sitz- und Blickrichtung als erstes bestimmt. Sie fließen zusammen mit dem Baujahr in die Sternenkarte ein und legen fest, welche Energie-Muster sich in welchen Bereichen des Hauses zeigen. Ein Fehler bei der Bestimmung von Facing und Sitting zieht sich durch die gesamte Karte — weshalb dieser Schritt besondere Aufmerksamkeit verdient, idealerweise kombiniert mit einer sorgfältigen Kompassmessung (vgl. Luo Pan) und einer Beurteilung der Formenqualitäten.
Was tue ich, wenn Haustür und offenste Seite in verschiedene Richtungen zeigen?
Dann gilt es, beide Faktoren abzuwägen. Entscheidend ist, welche Seite das Gebäude wirklich „nach außen" öffnet — wo mehr Licht, mehr Aktivität, mehr Kontakt zur Umgebung ist. In manchen Fällen hilft ein Blick auf die ursprüngliche Bauplanung oder die historische Nutzung des Gebäudes, um die eigentliche Blickrichtung zu identifizieren.
Kann sich die Blickrichtung eines Gebäudes ändern?
Grundsätzlich bleibt die Ausrichtung eines Gebäudes stabil. Größere Umbauten — etwa ein neuer Haupteingang auf einer anderen Seite oder eine vollständige Renovierung — können aber unter Umständen eine Neubewertung sinnvoll machen. In solchen Fällen lohnt es sich, die veränderte Nutzung und Offenheit des Gebäudes sorgfältig neu zu beurteilen.