EFT Schritt für Schritt – Anleitung zum Selbstklopfen
Die komplette EFT-Grundtechnik in 5 einfachen Schritten: Vom Einstimmungssatz über die Klopfsequenz bis zum Abschluss – mit Beispielen für verschiedene Situationen.
Die EFT-Grundtechnik in 5 Schritten
Die EFT-Grundtechnik (auch „Basic Recipe" genannt) ist überraschend einfach und in wenigen Minuten durchführbar. Du brauchst keinerlei Hilfsmittel – nur deine Fingerspitzen und die Bereitschaft, dich auf dein Thema einzulassen.
Eine komplette Klopfrunde dauert etwa 5-10 Minuten. Für ein Thema sind je nach Intensität 1-5 Runden üblich. Hier ist der vollständige Ablauf:
Schritt 1: Das Thema identifizieren
Wähle ein konkretes Problem, eine Emotion oder ein körperliches Symptom, an dem du arbeiten möchtest. Je spezifischer, desto besser!
Zu allgemein: „Ich habe Angst."
Besser: „Ich habe Angst vor meiner Präsentation am Montag."
Noch besser: „Ich habe Angst, dass meine Stimme bei der Präsentation am Montag zittert."
EFT funktioniert am besten, wenn du ein spezifisches Ereignis, eine konkrete Emotion oder ein bestimmtes Körpergefühl anvisierst. Wenn du an einem großen, vielschichtigen Thema arbeitest, zerlege es in einzelne Aspekte und bearbeite jeden einzeln.
Schritt 2: Die Intensität bewerten (SUD-Skala)
Bewerte die emotionale oder körperliche Belastung auf einer Skala von 0 bis 10:
- 0 = keine Belastung
- 5 = mittlere Belastung
- 10 = maximale Belastung
Diese Bewertung wird SUD-Skala genannt (Subjective Units of Distress). Sie dient dazu, den Fortschritt zu messen. Denke an dein Thema und spüre: Wie stark belastet es dich gerade in diesem Moment?
Notiere dir die Zahl – du wirst sie nach jeder Klopfrunde erneut bewerten und kannst so die Veränderung verfolgen.
Schritt 3: Der Einstimmungssatz (Setup)
Der Einstimmungssatz besteht aus zwei Teilen: Der Anerkennung des Problems und der Selbstakzeptanz. Die Grundformel lautet:
„Auch wenn ich [Problem], akzeptiere ich mich voll und ganz."
Sprich diesen Satz dreimal laut aus, während du den Karate-Punkt (seitliche Handkante) klopfst.
Beispiele für Einstimmungssätze:
- „Auch wenn ich diese Angst vor der Prüfung habe, akzeptiere ich mich voll und ganz."
- „Auch wenn ich diesen Druck in meiner Brust fühle, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin."
- „Auch wenn ich wütend auf meinen Kollegen bin, bin ich bereit, mir zu vergeben und loszulassen."
- „Auch wenn ich nicht gut genug bin, akzeptiere ich mich zutiefst und vollständig."

Schritt 4: Die Klopfsequenz
Klopfe nun nacheinander alle 8 Punkte, während du einen Erinnerungssatz wiederholst – eine verkürzte Version deines Problems:
- Augenbraue: „Diese Angst vor der Prüfung..."
- Seitliches Auge: „Diese Angst..."
- Unter dem Auge: „Ich habe solche Angst..."
- Unter der Nase: „Diese ganze Prüfungsangst..."
- Kinn: „Ich fühle diese Angst in meinem Bauch..."
- Schlüsselbein: „So viel Angst..."
- Unter dem Arm: „Diese Angst, zu versagen..."
- Kopf: „All diese Prüfungsangst..."
Du musst den Satz nicht exakt gleich wiederholen! Es hilft sogar, verschiedene Aspekte des Problems zu benennen. Sprich aus, was dir gerade in den Sinn kommt.
Schritt 5: Erneut bewerten und wiederholen
Nach einer kompletten Klopfrunde: Atme tief durch und bewerte die Intensität erneut auf der SUD-Skala (0-10).
Szenario A: Der Wert ist gesunken (z. B. von 8 auf 5)
Sehr gut! Wiederhole die Klopfrunde mit einem angepassten Einstimmungssatz:
„Auch wenn ich immer noch etwas von dieser Prüfungsangst fühle, akzeptiere ich mich voll und ganz."
Szenario B: Der Wert hat sich nicht verändert
Werde noch spezifischer! Vielleicht gibt es einen anderen Aspekt, der bearbeitet werden möchte. Frage dich: Was genau an dieser Situation belastet mich am meisten?
Szenario C: Neue Emotionen tauchen auf
Sehr häufig! Unter der Angst liegt vielleicht Wut, unter der Wut Traurigkeit. Bearbeite jede neu auftauchende Emotion als eigenes Thema mit einem frischen Einstimmungssatz.
Klopfe so lange, bis der Wert auf 0, 1 oder 2 gesunken ist. Bei manchen Themen geschieht das in einer Runde, bei anderen braucht es mehrere Sitzungen.
Profi-Tipp: Positive Abschlussrunde Wenn dein SUD-Wert auf 0-2 gesunken ist, kannst du eine abschließende Runde mit positiven Aussagen klopfen: „Ich bin ruhig und sicher." „Ich vertraue mir selbst." „Ich bin bereit für diese Prüfung." Diese positive Verstärkung am Ende einer Sitzung kann die Wirkung vertiefen.
Häufige Fehler beim Selbstklopfen
- Zu allgemein bleiben: „Ich bin gestresst" ist weniger wirksam als „Ich bin gestresst wegen des Streits mit meiner Schwester gestern."
- Die Emotion vermeiden: EFT funktioniert am besten, wenn du die Emotion wirklich fühlst – nicht nur darüber nachdenkst.
- Zu früh aufhören: Klopfe so lange, bis der SUD-Wert deutlich gesunken ist. Eine einzelne Runde reicht oft nicht aus.
- Aspekte übersehen: Ein Thema hat oft mehrere Schichten. Wenn ein Aspekt geklärt ist, kann ein anderer auftauchen.
- Perfektion anstreben: Es gibt beim EFT kein „falsch". Selbst wenn du einen Punkt vergisst oder die Worte nicht perfekt formulierst – die Methode wirkt trotzdem.